Schweiz – Pakistan retour MEOS: Was ist DAN? Markus Frauchiger: Dieser «Dienst am Nächsten» ist ein Zusammenschluss freiwilliger Helfer in der Umgebung von Bern. Dort erhalten hilfsbedürftige Ausländer gratis Kleider und Esswaren. Sie können auch verschiedene Kurse besuchen (Deutschklassen, Nähen). Ich freue mich, dass wir diesen Menschen nicht nur materiell helfen, sondern auch Jesus Christus bezeugen dürfen. Du arbeitest nun gut ein Jahr bei MEOS Svizzera Ich bin Gott dankbar, dass ich nach siebzehn Jahren Missionsdienst in Pakistan hier in der Schweiz eine Tätigkeit gefunden habe, die mich ganz und gar erfüllt. Meine Gaben und Erfahrungen kann ich voll einbringen. Vor allem darf ich Muslime im allgemeinen und Urdu/Hindi sprechende im speziellen mit der guten Botschaft von Jesus erreichen. Ausserdem helfe ich im Rahmen von CM (Christen begegnen Muslimen) mit, Christen zu schulen und anzuleiten, wie sie mit Muslimen ins Gespräch kommen können. Diese Kombination verschiedener Dienste ergibt einen guten Ausgleich. – MEOS Svizzera ist für mich die ideale Mission.   Vermisst Du Pakistan? Besonders vermisse ich die Freunde, welche wir zurückgelassen haben. Ich vermisse auch meine Studenten. Das Unterrichten am «Theologischen Seminar» hatte mich sehr erfüllt. Hingegen die Hitze, den Stromausfall und besonders die langen arbeitsbedingten Trennungen von der Familie vermisse ich nicht. Im letzten Herbst warst Du wieder dort Ja, das «Theologische Seminar» hatte mich gebeten, für die neue Klasse Intensivkurse durchzuführen, da es seit meiner Abreise keinen Lehrer für mein Fach mehr gab. Es war mir ferner wichtig, von uns ins Leben gerufene Projekte vor Ort zu unterstützen. Ich bin der MEOS-Leitung dankbar, dass sie mir diesen dreiwöchigen Einsatz genehmigt hat. Finanziert wurde die Reise mit Spenden, die bereits früher für die Arbeit in Pakistan eingegangen waren. Was sagst Du … zum heutigen Pakistan? Pakistan steckt in einer tiefen Krise nach dem Rücktritt von Pervez Musharaf und der Ermordung von Benazir Bhutto. Kaum jemand wagt noch, auf eine bessere Zukunft zu hoffen. Die Stimmung ist überall von einer tiefen Hoffnungslosigkeit geprägt. … über die dortigen Christen? Die Christen gehören meist zur gesellschaftlich untersten Schicht der Bevölkerung. Sie leiden sehr unter der Teuerung. In einer Zeit der Unsicherheit sind sie oft das Opfer extremistischer Muslime. Betet, dass sie ihre Angst überwinden und in einem Land, das zu 96 Prozent islamisch ist, ein Licht für Jesus sind. … zur zurückgelassenen Arbeit? Ich war sehr erfreut zu sehen, dass die Arbeit des christlichen Buchladens, der Bibliothek und des Medien-Dienstes sehr gut weiterläuft. Auch das Frauen- Programm, welches meine Frau angefangen hatte, ist in guten Händen. Das Zeugnis von Ali Khan (Name geändert), einem Afghanen aus einer wohlhabenden Familie, der durch die New Creation-Arbeit1) in Gujranwala (Pakistan) zum Glauben kam, hat mich sehr ermutigt. Hier in der Schweiz finden wir Dich auch an einem Büchertisch Das ist eine ganz besondere Möglichkeit, Muslime mit verschiedenstem Hintergrund mit dem Evangelium zu erreichen. Zweimal monatlich dürfen wir am christlichen Büchertisch im Zentrum von Bern Bibeln und Schriften in über zwanzig Sprachen weitergeben. Immer wieder begegnen wir suchenden Menschen, mit denen wir teilweise auch später den Kontakt aufrecht erhalten. Du bist im Leiterteam bei CM Ich fühle mich dort sehr wohl. Wir sind zu dritt und ergänzen uns gut. Eine wichtige Aufgabe ist die Koordination und Unterstützung der verschiedenen Gebetsgruppen. Im Sommer durfte ich an mehreren Einsätzen unter Arabern (meist Touristen) am Genfersee teilnehmen. Wie gestaltest Du Deinen Tag? Nebst den Kontakten zu suchenden Muslimen, den Besuchen in Durchgangsheimen für Asylbewerber, dem Büchertisch, der Mithilfe beim DAN und den verschiedenen Gebetstreffen schreibe ich Artikel und gestalte Handzettel (Flyer) und Zeitschriften (impulse). Dann wieder gibt es Aufgaben bei CM und Arbeit im Büro oder ich halte Vorträge in Gemeinden. Jeder Tag ist anders. Kommst Du nicht manchmal an Grenzen? In meinem vielschichtigen Dienst könnte man sich leicht verzetteln. Im Dezember war ich stark bei internationalen Weihnachtsfesten engagiert. Es kamen auch viele Muslime. Nun gehe ich den Menschen nach, die durch diese Feiern angesprochen worden sind. Ich bete immer wieder, dass ich die richtigen Prioritäten setze und meine Zeit in die Menschen investiere, die Gott schon vorbereitet hat. Wo findest Du Unterstützung? Wir haben einen sehr engagierten und herzlichen Freundeskreis. Ich bin dankbar dafür und auch, dass ich meine Freuden und Nöte mit meiner Frau teilen darf. Sie hilft aktiv in der Arbeit mit. Die Mitarbeitenden von MEOS Svizzera sind mir ebenfalls eine grosse Ermutigung. Was wünschest Du Dir? Ich möchte Mitchristen in meinen Dienst hineinnehmen und diesen dadurch multiplizieren. Unter den Muslimen in der Schweiz wünsche ich mir viel Frucht für die Ewigkeit. Interview mit Markus Frauchiger Die Tage von Markus Frauchiger sind ausgefüllt. Heute knüpft er Kontakte zu suchenden Muslimen, morgen besucht er ein Durchgangsheim für Asyl-bewerber, dann steht er hinter einem Büchertisch oder ist am Unterrichten.Oft leitet er auch Gebetsgruppen.Der engagierte MEOS- Mitarbeiter beteiligt sich zudem bei DAN, dem «Dienst am Nächsten». Seitenanfang MEOS