Der Krieg und seine Folgen Alles ist möglich … Eine unerwartete Einladung zu einer Konferenz für in Kuwait ansässige Tamilen war ein Wunder. Die Reise finanzierte die tamilische Kirche in Kuwait. Mit einem kleinen Aufpreis konnte eine Rundreise über Kuwait nach Sri Lanka gebucht werden. So flog ich im vergangenen April/Mai nach einer Woche Predigtdienst von Kuwait nach Sri Lanka. Bewahrung in der Luft Anderthalb Stunden ungefähr sollte die Flugreise von Colombo nach Jaffna im Norden von Sri Lanka dauern. Kurz nach dem angekündigten Landeanflug mussten wir wegen Fahrwerkproblemen nach Colombo zurückkehren. Das Flugzeug begann zu schütteln und das Meer schien näher und näher zu kommen. Ähnlich wie im Jonabuch (Kapitel 1, Vers 5) schrieen die Leute und riefen die Namen ihrer Götter an. Dank Gottes Beistand landete das Flugzeug in Colombo, ohne ernsthaft Schaden zu nehmen. Am anderen Tag konnten wir mit der reparierten Maschine nach Jaffna fliegen! Besuch in den Lagern Wieder geschah ein Wunder unseres höchsten Herrn: Ich fand Gnade in den Augen der zuständigen Offiziere und erhielt die Erlaubnis, drei Lager – untergebracht in Schulhäusern und beaufsichtigt durch das srilankische Militär – zu besichtigen. Ein Vorteil war, dass ich ausser Tamilisch auch Sinhala spreche. Es brach mir fast das Herz, die Berichte dieser Kriegsopfer, die im eigenen Land zu Flüchtlingen geworden sind, anzuhören. Dreihunderttausend Menschen wurden vertrieben und leben nun in temporären Lagern. Viele haben Familienangehörige verloren, ihre Frauen, Ehemänner, Eltern oder Kinder. Aktuelle Situation Einige Lager haben weder genug Trinkwasser noch Wasser zum allgemeinen Gebrauch und auch zu wenig Toiletten. Entsprechend häufig werden die Leute krank und leiden unter fehlender medizinischer Versorgung. Hunderte von Kindern sind zu Waisen geworden. Alte Menschen leiden speziell unter der Hitze. Andere wiederum sind in ihrem Innern tief verletzt. Sie haben Bombardierungen erlebt und mit eigenen Augen hunderte von Toten und Verwundeten gesehen. Viele hätten psychiatrische Behandlung und seelsorgerliche Hilfe nötig. Einige wenige konnte ich trösten, mit ihnen beten und zugleich eine kleine finanzielle Unterstützung übergeben. Bedürfnisse Zwar stellt die Regierung einfache Mahlzeiten bereit, doch das reicht nicht. Deshalb braucht es Geld, um vor Ort Gemüse einzukaufen sowie rote Linsen und andere Grundnahrungsmittel, wie Milchpuder, oder Seife. Von unserem weltweiten tamilisch-christlichen Netzwerk wurde ich gebeten, medizinische Hilfe, Unterwäsche und Kleider für die Erwachsenen, Schulkleidung für die Kinder und anderes mehr aufzutreiben. Christliche Tamilen und tamilische Hindus Nachdem bekannt wurde, dass der Leiter der LTTE (hier bekannt als Tamil Tigers), Mr. Prabhakaran, getötet worden war, wurden die meisten Tamilen in ganz Europa und Kanada (wo viele von ihnen leben) noch aufgewühlter. Sie dachten, dass die srilankische Regierung ihr grösster Feind sei. Für die evangelischen tamilischen Christen, auch in meiner Gemeinde, ist das eine schwierige Zeit, denn sie hatten die tamilische Befreiungsfront nicht unterstützt. Warum? Es ist sehr schwierig, Hindu-Tamilen bei uns zu trösten und ihnen eine friedliche politische Zukunft in Sri Lanka auszumalen. Ein Mann rief: «Es gibt keinen Gott! Warum mussten meine Leute in Sri Lanka (alle acht Familienangehörigen) auf eine solche Art sterben?» Und doch werde ich ständig gebeten, wieder vorbeizukommen. Ich brauche viel Weisheit, um mit meinen tamilischen Hindu-Landsleuten in dieser schwierigen Situation richtig umzugehen. Ist der Krieg nun beendet? Aus meiner Sicht … nein, noch nicht wirklich. Es wäre gut, wenn die srilankische Regierung die erwähnten dreihunderttausend Lagerbewohner umsiedeln und ihnen neuen Platz zum Leben geben würde. Ebenfalls sollte eine echte politische Lösung mit gleichen Rechten für alle in Sri Lanka Wohnenden, das heisst, für Tamilen, Sinhala-Leute und Muslime angestrebt werden. Wie geben wir unsere christliche Liebe weiter? Als evangelische tamilische Christen weltweit tun wir alles, was möglich ist, um diese menschliche Tragödie mitzutragen. Gleichzeitig bitten wir um finanzielle Unterstützung für die Menschen in den Lagern. So können wir sowohl hier wie dort die Liebe Christi zeigen und auch das Evangelium mit den Leidtragenden teilen. Antony Joseph Wenn Sie durch Gott geführt werden, diesen bedürftigen Menschen in Sri Lanka zu helfen oder unser Missionswerk unter den Hindu-Tamilen in der Schweiz zu unterstützen, würden wir uns über eine finanzielle Gabe freuen. Bankkonto: The Christian Fellowship1,  8051 Zürich UBS Zürich: 202–633601.41W (PC-Konto der UBS: 80-2-2) Swift-Nummer: UBSWCHZH80A IBAN: CH22 0020 2202 6336 0141W Bitte erwähnen Sie den Zahlungsgrund: TCF1-Missionswerk in der Schweiz oder: Unterstützung der Tamilen in Sri Lanka 1 ein Arbeitszweig von MEOS Antony Joseph, MEOS- Mitarbeiter unter Tamilen in der Schweiz, verspürte seit einiger Zeit eine grosse Last, Sri Lanka zu besuchen, und zwar speziell die Kriegsopfer. Was fehlte, war das Geld für ein Flugbillet. Seitenanfang MEOS