Go, Tell it on the Mountains MEOS: Isaak, Ihr Heimatland ist der Kongo. Sie kamen als Asylbewerber in unser Land. Wie lange leben Sie schon in der Schweiz? Isaak: Gut viereinhalb Jahre. Wie sieht Ihr Tagesablauf aus? Zuerst erledige ich meinen Job in der Notunterkunft für Asylbewerber und packe dann meinen Rucksack. Später bin ich mit Schriften unterwegs und versuche, Menschen auf Jesus Christus hin anzusprechen. Am Abend lerne ich für einen Deutschkurs für Fortgeschrittene. Sie arbeiten? Zum Arbeiten habe ich keine Bewilligung. Ich kann aber jeden Morgen offiziell für ein kleines Sackgeld die Unterkunft reinigen. Es ist für mich befriedigend, in irgendeiner Art und Weise etwas Nützliches zu tun. Wie lebt es sich in der Unterkunft? Es wohnen hier Menschen aus vielen Kulturen und Nationen, zurzeit vor allem solche aus Nordafrika, Iran und Syrien. Es hat Muslime, Buddhisten, Christen, vielleicht noch andere Religions- Zugehörigkeiten. Wir sind fast ein kleines Babylon! In den letzten Monaten war es für mich etwas schwierig. Das ständige Kommen und Gehen führte zu Schlafstörungen. Inzwischen habe ich bei gläubigen Menschen ein offenes Haus als Rückzugsmöglichkeit für stille Zeit oder zum Lernen gefunden. Das hilft mir enorm. Wie erlebten Sie bei uns die «christliche Welt»? Ich kam als Christ in die Schweiz. Bereits meine Eltern waren gläubig. Hier suchte ich Gemeinschaft, fand aber nur geschlossene Kirchengebäude. So war ich froh, als mich ein Prediger auf einem «Bänkli» ansprach und in den Gottesdienst einlud. Bald fühlte ich mich in der Gemeinde zu Hause. Zu Hause im Kongo hatten Sie Pädagogik studiert. Hier trifft man Sie auf den Strassen und Gassen unserer Städte und Dörfer. Stimmt, ich finde es enorm wichtig, die «Gute Botschaft» von Jesus Christus weiterzugeben.Dank meiner Sprachkenntnisse und auch sonst fällt es mir leicht, mit Vorübergehenden in Kontakt zu kommen, seien es nun Ausländer oder Schweizer. Ich erkläre ihnen das Wort Gottes. Oftmals gebe ich ihnen Literatur in ihrer Sprache (gesponsert von Gemeindegliedern). An den Samstagen helfe ich – als einziger Ausländer – in einem Schweizerteam bei evangelistischen Gasseneinsätzen in Winterthur mit. Manchmal werde ich auch gebeten, Hausbesuche zu machen. Wie reagieren die Kollegen der Unterkunft auf Ihre evangelistische Tätigkeit? Sie respektieren mich. Ich versuche, eine positive Atmosphäre zu verbreiten und nicht unnötig anzuecken. Manche Kollegen stellen Fragen zu meinem Glauben und zur Bibel, die ich gerne beantworte. Das ergibt oft lange Gespräche. Herzlichen Dank und Gottes Segen. MEOS Berge sind es nicht unbedingt, auf denen Isaak das Evangelium weitergibt. Eher die Strassen und Plätze von Zürich und Umgebung. Vielleicht haben Sie ihn einmal in der MEOS beim Abholen von Literatur angetroffen?     Seitenanfang MEOS