Zusammen mit Mitarbeitern von «Prison Fellowship Schweiz» besucht unser Mitarbeiter Markus Frauchiger regelmässig Gefangene in der geschlossenen Strafanstalt des Kanton Berns Thorberg. Zu ihrem Angebot gehören Gesprächsgruppen, einen monatlichen Gottesdienst und das Kümmern um die verschiedenen Bedürfnisse der Insassen. MEOS
Gefangen und doch frei Ein neuer Anfang Krishna aus Südasien kam fast immer in die Gesprächsgruppe. Obwohl er recht gut Englisch und auch Deutsch verstand, hat er sich sehr gefreut, dass wir in seiner Muttersprache reden konnten. Er kannte ausserhalb des Gefängnisses niemand in der Schweiz. Er hat mir viel über sein verpfuschtes Leben erzählt. Einmal sagte er: «Ich weiss nicht, warum ich hier landen musste; aber dadurch habe ich dich getroffen und von Jesus gehört.» Seine Schuld hat er vor Gott und auch den Behörden eingestanden und sein Leben Jesus anvertraut. Von nun an will er ein redliches Leben führen. Ihm ist aber bewusst, dass er dies nicht alleine schafft. Er machte sich Sorgen, dass er nach seiner Entlassung nicht mehr in das europäische Land zurückkehren konnte, in dem er vor seiner Straftat gelebt hatte. Wir wollen den Menschen ganzheitlich helfen. Deshalb schrieb ich Briefe und machte einige Telefonanrufe. Schliesslich wurde er nicht in sein Ursprungsland zurückgeschickt. Freudig teilte er mir am Telefon mit, dass er bereits Arbeit in einem Restaurant gefunden hat. In der Kirche, die er nun jeden Sonntag besucht, hat er neue Freunde gefunden. Gottesdienst in der Gefängniskapelle Im monatlichen Gottesdienst sprach ich auf Englisch über «Freiheit». Die bunte Schar von Menschen mit verschiedener Herkunft hörte aufmerksam zu. Ich erklärte ihnen, dass sie, obwohl im Gefängnis, doch innerlich frei sein können. Andererseits leben viele draussen in der «Freiheit» und sind doch total unfrei. Nach den Gottesdiensten nehmen wir uns Zeit für Einzelgespräche. Ein Insasse sagte immer wieder den gleichen Satz: «Ich habe mein Leben kaputt gemacht.» Dass Jesus sein Leben total neu machen möchte, war für ihn kaum zu fassen.  Viele brauchen auch einfach jemanden, der ihnen zuhört und an ihrem Leiden Anteil nimmt. In diesen Gefangenen begegnet mir Jesus. In Matthäus 25,36 sagt Jesus: «Ich bin gefangen gewesen und ihr seid zu mir gekommen.» Alljährliche Weihnachtsfeier  Die Weihnachtsfeier für alle 177 Gefangenen ist eine besondere Gelegenheit, um Insassen kennen zu lernen, die wir sonst nie sehen. Zwei Drittel von ihnen sind Ausländer. Zusammen mit den Gideons bieten wir an diesem Tag jedem Gefangenen eine Bibel und einen Kalender in seiner Sprache an. Das meiste Material stammt von MEOS Medien. Hoffnung für Menschen, die ganz unten sind Immer wieder erleben wir, dass Menschen, die vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens stehen, neue Hoffnung schöpfen. Markus Frauchiger Seitenanfang